Kairo - Mocha

Kairo - Mocha

Kahira

القاهرة

Jetzt aber: Aufbruch nach Afrika!?
Aber nein.
Erst mal die arabische Halbinsel,
Mekka, Medina, der Jemen...

#1181 – 31.07.1809
Sues / Tur Vier Schiffe lagen segelfertig in El Gátes, der Rhede von Sues. Der beften Empfehlung von Kahira ungeachtet, erhielt ich dennoch meinen Platz auf dem allerschlechteften Schiffe, welches leit lange dies Meer befahren haben mochte. Es war ganz neu, und diese Reise seine erste; aber es war aus allerhand Holz zusammen gestümpert, daß ich ein Krummholz so sehr von Würmern zerfressen sahe, daß ich es mit den Fingern zerreiben konnte.

Kahira

Sues

El Tor

Am 31. Jul, wurden die Anker gelichtet. Ich bemerke hier ein für allemal, dals wir jeden Abend, so wie die übrigen Schiffer, vor Anker legten und am folgenden Morgen mit Tagesanbruch weiter segelten.

Aber nicht nur auf dem Wasser lauern Gefahren...

#1181 – 31.07.1809
Am 2. Aug. legten wir in dem geräumigen Hafen von Tùr vor Anker, um Wasser einzunehmen. Die Beduinen von Tür hatten einen Anfchlag auf unfer Schiff gemacht, welches sie ohne Waffen l ben, und zu dem Ende unfern Steuermann arretirten. Es kam am folgenden Morgen ein Haufen von ihnen aus Schiff; der Schiffer ergriff im Zorn einen grolsen Stock und drohte sich aufs äufserfte zu vetheidigen, wenn man ihn angreifen würde. Die Beduinen zogen diesmal mit Geschenken von Geld und Tabak zurück; da aber der Schiffer befürchtet dals fie verftärkt zurück kommen würden, so verlieIsen wir aufs schnellfte den Hafen ohne den Steuermann und segelten fort.

Zum Glück erschien jetz das letzte von den drey erwähnten Schiffen, und nun lenkten wir um und fegelten zugleich mit dem felben ni den Hafen, worauf der Friede wieder her geltellt wurde, weil die Beduinen diele vereinte Macht zu grols für fich fanden.

Janbua

#1182 – 12.08.1809
Den 12. Aug. hatten wir den hohen Berg Rodduá ol- wärts von uns, und am folgenden Tage erreichten wir den fichern Golê von Jambo oder Janbua, welcher ei- nen Schönen großsen Hafen bildet. Man nennt diele Stadt zum Unterfchiede von Jénbía el Nachél, das 6 Stuuden füdwärts von hier liegt, Jénbuá el bahher. Jenbia el Nachel ift ein quellreiches Thal mit ei- nem Walde von Dattelpalmen, woher es feinen Namen hat, und foll aus 24 Dörfern beftehn.

Da ich Willens war, von hier nach Madajin Szalehh oder Hadfchar zu reilen, lo hatte mir Herr von Rofetti durch ein mohammedanilches Handelshaus in Kabira anderthalb taufend Piaftcr an ein hiefiges Handelshaus übersenden lassen.

Sobald der Kaufmann erfuhr, dals ich ange- kommen fey, fo kam er zu mir, und da ich ihm mei- ne Absicht zu erkennen gab, nach Madájin Salehh zu reifen, lagte er mir:

Sie gehören jetzt zu den Unfern, weil sie zu dem Islam übergegangen find,um fo mehr ift es meine Pflicht, Sie von dieser Reife abzurathen.

Er wiederholte mir das Nämliche, als er mir das Geld brachte, und da er einer der angesehenften hiefigen Kaufleute war, und ich fonft niemand kannte, so mulste ich auch diesmal meinen Versuch auf Hadschar vereitelt sehen. Jénbuá gehört noch zum Gebiete des Scherifs von Mekka; aber alle Örter landeinwärts ftehen unter wuhabiftilchen Emiren.

Explainity 4:
(Reiseabschnitt Kairo-Mocha, ca 1809)
die Wuhabiten erklären

#1184 – 08.10.1809
Den 19. Aug. lahen wir endlich das Ziel unferer Reife, Dschidda vor uns, und dies erwechte allge meine Freude, welche bald wieder fehr gemildert wurde, als wir durch einen Zufall in die grölste Ge- fahr geriethen, auf einem der Rife von Dschidda zu fcheitern.

Ich wurde ein Schützling eines der zwey hiefigen grölsten Handelshäufer, nämlich des Hadfch Ab- dallah el Sukkath, eines Marokkaners aus Fäs (Fez), welchem ich einen Empfehlungsbrief zu übergeben hatte.

Ich benutzte meinen Aufenthalt in Dschidda, um mich immer mehr und mehr in die Myfterien der Islàm einweihen zu lallen; und nachdem ich in allen Stücken einem Muslim gleich geworden, kleidete ich mich in Pilgergervande (Ehhrâm), ftatt der Schuhe oder Pantoffeln, die nicht erlaubt find, mit Sandalen versehen, und zog am 8. Oct. nach Mekka, dem berühmteften Wallfahrtsorte in der We l t , ab,um dafelbft den Faftenmonat Ramadàn zuzubringen.

#1186 – 10.10.1809
Am 1o. October ereichten wi r Mekka 2 Stunden nach Mitternacht.Am folgenden Morgen nahm ich einen Mottáu an, welchen man mit einem italienischen Cicerone vergleichen könnte, und deren es hier viele gibt. Sie find nothwendig, weil man als Pilger mehren gottesdienftliche Gebräuche beobachten muls, wenn man hier ankommt und wobey man fich nicht zurecht finden könnte.
Siebenmal machte ich die heilige Runde um die Kaba, und küfste den schwarzen Stein mit vieler Ehrfurcht; siebenmal machte ich den heiligen Lauf auf der Rennbahn (El Melfay) vom Szofa nach Merruch; liefs alsdann mein Haupt scheeren und erhielt so die Erlaubnifs, das Pilgergewand abzulegen und meine gewöhnlichen Kleider anzuziehen.

Kahira

Sues

El Tor

Janbua

Dschidda

Mekka

مكة المكرمة

Mekka

مكة المكرمة

Mein Tagebuch enthält eine Menge Nachrichten von Mekka und dessen Nachbarschaft, von der Hadsch u. f. w.; die Zeit erlaubt es mir aber nicht, sie alle auszuziehen; indessen schmeichle ich mir, daß sie einst zu den interessantesten meiner ganzen Reise gehören werden.(Die Fortsetzung folgt.)

#1187 – 17.10.1809
Den 17. Oct. stattete ich im Pilgerkleide den heiligen Besuch ab, d. h. ich ritt mit meinem Mottlaúf nach der Kapelle El-Om'ra, welche 5/4 Stunden von Mekka entfernt ift, um dort unser Gebet zu verrichten; diese Wallfahrt ist nothwendig. Auf dem Rückwege ließen wir die Berge von unserm Lübbük! Lübbäk! etc. wiederhallen, und machten in Mekka siebenmal die heilige Runde, und siebenmal den heiligen Lauf.

Zwey Tage nachher fing ich meinen Religions- Untericht bey einem hieligen Gelehrten, Schech Hamfe, an, von welchem ich in der Folge noch etwas mebr zu lagen haben werde. Ich wählte von den vier erlaubten Ritus den des Imâms Hánnefy.

Sues

El Tor

Dschidda

Mekka

Medina

Medina

المدينة المنورة

#1193 – 22.12.1809
Medina
Am 6. Dec. hielten wir des Morgens unfern Einzug in Medine.Wir empfanden hier eine durchdringende Kälte.Medine liegt in einer ziemlich offenen Gegend. Es besteht aus einer Stadt, Vorftadt und Feltung, und hat einen wuhabitischen Emir auch eine Befatzung gleichfalls von Nadschdern. Medine ist mit einer Mauer umgeben, und für Araber eine wichtige Festung.

Den 22. Dec. wurde ich von dem Emir der Wuhabiften verlangt. Ich ging zu ihm, und man erkun- digte fich, wer ich ley? weswegen ich hierher ge- kommen? Warum ich hier of lange mich aufhalte? warum ich fo viele Bücher kaufe? u. f. w. Letzteres hatte zuerft Aufsehen erregt, und man hatte mich für einen Türken gehalten. Als man hörte, daß ich kein Türke, sondern ein Franke und Neophyt sey, ließ man mich wieder abtreten.

Ganz im Geheimen entwarf ich einen Plan von Medine und dessen Nachbarschaft, eine Ansicht von der Stadt, einen Grundriß von dem heiligen Tempel und ein paar Ansichten von der Grab-Capelle des Propheten. Ich hatte das Glück, von niemand bemerkt zu werden; man glaubte ich besuche die Moschee des Gebets wegen.

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Die gründe sucht er bei sich, bei der kleidung... versucht er in allem, was ihm geschieht, einen rationalen grund, eine begründung zu finden? Kann er allen und allem so urteilsfrei begegnen? Anmerkung Alex: könnte sie weglassen... er versucht für alles eine rationale erklärung zu finden

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Medina

المدينة المنورة

Mekka

مكة المكرمة

Von Medina zurück nach Dschidda,
von Dschidda wieder nach Mekka...

#1197 – 11.01.1810
Mekka bot jetzt ein ganz anderes Schauspiel dar, als zur Zeit des Ramadàn's. Ale Gassen waren vol von Menschen und Laufthieren.

Das meilte Interelle gewährten die heilige Mofchee und die Laufbahn. Mehr als taufend Pilger machten auf einmal die hei- lige Runde (Thauâf) um die Kaba; man külste den schwarzen Stein mit einem Enthulialmus, als wenn man ibn zerküllen wollte; aber man drängte fich dabey mti folcher Anftrengung, dals manche ni Ge- fahr uz erfticken geriethen; eine Beduine weinte, weil sie im Gedränge ihren Mann verloren hätté.

Kam man in Wirbel dieles reifsenden Stromes von Menschen: fo mulste man mitreifsen, man mochte wollen oder nicht.

Die Laufbahn war gleichfalle fo voll, dale mari fich an vielen Stellen durchdrängen mulste. Aulser Arabern aus allen Provinzen, Hedschâs, Jemen, Ha- dramût, Oman, belonders aber Wuhabiften aus Nad- sched fahe man Mauren, Neger aus den innern Ge-genden Afrika's, Perler, Aghuänen, Indier aus all en Gegenden, eine Menge Javaneler (von der Infel Ja-va), Tataren; aber verhältnismälsig nur wenige Türken.

Einige tragen im Lauf ihre Kinder auf der Schulter; ein Beduine hatte auf jeder Seite ein Weib, mit leinem Arm ihren Hals umfchlungen; Kameele m i t einem oder zwey Reutern, die hin und her tra- ben; Menfchenhaufen von so - soo Perfonen, wo-von einer den andern anfalst, oder lich an feinem Pilger-Gewande hält, ftolsen auf einander, drängen fich etc, bis der Ich wächere zur Seite gedrängt wird u. I.w.

Man muls hier felbft Zulchauer gewelen leyn, um fich eine recht deutliche Idee von der islamiti-Ichen Schwärmerey machen zu können. Die Hadsch ift ein Schaufpiel, das leines Gleichen nicht in der Welt hat.

#1200 – 26.03.1810
Ich blieb länger, als zwey Monate nach der Hadsch in Mekka. Der Zweck dieles langen Auf- enthaltes war, ein mir felt vorgeletztes Vorhaben auszuführen, wovon ich mir Ichmeichelte, daß es einft den Beyfall meiner achtungswürdigen Lands- leute verdienen könnte, und welches darinn beftand, Mekka und feine Umgebungen im Bilde darzuftellen. Allenthalben beobachtet, hatte ich dennoch das Gluck, die Augen der Späher zu täulchen, und fehr unerfahren in der Zeichenkunft, vertraten mein Aus- dauern und meine höchfte Aufmerkfamkeit die Stelle der Gefchicklichkeit.

So entftanden nach und nach ein Plan von der beiligen Molchee, ein Plan von der Stadt, eine Karte von Mekka's Umgebungen, etwa 6 Stun en in der Runde umher; nebft 16 Pro-Specten vom Hárram oder der heiligen Molchee und deren einzelnen Theilen. Es können einf weit ge- fchicktere Zeichner nach Mekka kommen; aber ich schmeichle mir, dals es ihnen nicht leicht fallen wird, mehr zu leiften, als ich leiftete, weil - fe nicht dürfen.

Aufserdem verwandte ich auch drey Tage auf altronomilche Beobachtun-gen zur Beltimmung der geograph. Lage von Melka. Ich wählte das Haus und die Beybülfe eines dafigen Gelehrten, welcher öffentlicher Profellor, Altrolog, Kalendermacher, Thurminger, Gewürzkrämer und Gewillensrichter war, und bey alledem doch kaum lo viel verdiente, um fich und leine Familie lehr sparfam zu ernähren.

Nachdem ich hier meinen Zweck ganz erreicht hatte: so war niemand zufriedner und froher als ich, als ich eine Gelegenheit fand, Mekka zu verlallen, welches nach geftillter Neugier durchaus keinen Reiz mehr für mich hatte. Wie ficher die Landstrasse nach Dschidda sey, lann man daraus abnebmen, dals ich ganz allein mit einem einzigen Beduinen meine Rückreile antrat, auf welcher wir uns des Nachts noch gar verirrten. Ich hatte unterweges die feltne Gelegenheit, einen Mond - Regenbogen zu lehen und kam den 26. März bey Sonnenaufgang wieder in Dschidda an.

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Dschidda

Mekka

#1201 – 1810
Dschidda
Ich traf hier meinen gewelenen Lehrer, Schech Hamfe von Mekka an, und auf mein Erfuchen er- bot er fich, mich nach Jemen zu begleiten. Er war ein Gelehrter und hielt in feiner Vaterftadt Privat. Vorlefungen über die Sagen des Propheten und über das Erbrecht. Er war ein Zelot in feiner Religion und daher ein gefährlicher Späher für mich. Alein er war ein lebr ehrlicher Mann ohne Fallch, und ich hoffte ihn vortheilhaft für die Willenfchaften zu be-nutzen. Ich bewog ihn in der Folge, ein Reilejour-nal zu halten, wofür ich ihm ein mälsiges Honorar verlprach; ich machte ihn auf die Gegenftände aufmerksam, welche feine Aufmerklamkeit verdienten, weil er nie eine Reifebelchreibung in leiner Sprache geleben hatte; er falste dies leicht, und fo erhielt ich ein fürtrefiliches arabifches Journal, welches einft zur Vergleichung mit dem meinigen und zu dellen Berichtigung und Vervollftändigung dienen kann.

Rotes Meer

Dschidda

#1202 – 28.03.1810
Es war am 28. März, als vir mit einem mochai- Ichen Schiffe Dschidda verlielsen. Man feuerte nach einem Compals, der in Bombay verfertigt war. Unler Schiff war gut, aber auch ohne Boot, welches es auf der Fahrt nach Sués verloren hatte. Es halte eine Kajüte, welches etwas feltenes war, und wir erhielten unfern Platz auf dem Dache derfelben angewielen, welches wir mit drey indilchen Kaufleu- ten, einem Einwohner von Medine, einen Krämer
von Dschidda, einem Pilger von Damâr, zwey Pilgern von Hadramut und dem Unter. Capitain theil-

Man hatte uns gefagt, dals dies Schiff gerade nach Hodède segeln würde; allein aus Belorgnifs für wuhabiftifche Seeräuber von Kónfudà segelten wir nebft zwey andern Schiffen nach der Küfte von AfriKa hinüber, welches mir sehr angenehm war, in- dem ich dadurch Gelegenheit erhielt, Malána, an der Küste von Habbelch kennen zu lernen. Am er- ften April waren wir der afrikanischen Küfte fo nahe, dals unferē scharffichtigen Matrosen die Bewoh- ner sehen konnten ; es find schwarze Beduinen, welche fich für Mohammedaner ausgeben. Am folgen- den Tage erblickten vir den Dschibbal Djeddâm hin-ter Mallána, und um Mittag legten wir dicht neben Mallána vor Anker.

Seetzen betritt zum letzten Mal
den afrikanischen Kontinent.

#1203 – 03.04.1810
Am .3 April letzte unfer Schiff allein feine Reile fort. Wir hielten uns immer längs der Küfte, und sahen eine Menge

Nachmittags faben wir Húnfala, wofelbft die Engländer eine Factorey anzulegen vorhatten, um einen alten Handelsweg nach Habbelch wieder in Gang zu bringen; ein gro-
fser Plan, welchen fie noch nicht ganz aufgegeben haben dürften. Der verdienftvolle Lord Valentiabe- fuchte die Weftküfte des arabifchen Meerbulens und leine feit kurzem in London erfchienene Karte ift ein Meifterwerk, das leinem Patriotifmus und feinen Kenntnifien die größte Ehre macht. Er machte die Reise den Periplus in der Hand.

Ein heftiger anhaltender Wind Letzte das Meer in eine auferordentliche Bewegung. Ganze Wellen ftürzten ins Schiff und mufsten wieder hinaus geSchöpft werden. Unfer Kajüten -Dach näherte fich häufig dem Senkrechten; das Gebet war nicht mög- lich und lelbft beym Elen mulsten wir uns balten, um nicht über Bord zu glitfchen. Viele wurden lee- Krank; Schech Hamfe War zum Tode vorbereitek.

Hodade

Die Külte von Afrika verschwand aus unferm Geficht, und in der Meinung, dals unfer Schiff auf dem Wege nach der Infel Kamé- rân ley, wurden wir des Nachts nach Lohhéija verschlagen, in deflen Nähe wir uns am Morgen dés lechften Aprils lahen, Wir letzten nachher unfere Reife längs Urmuk und Kamerân fort und landeten den g. Apr. in Hodâde, wo ich mit meinen Gefährten das Schiff verliels, um eine Reife durch Jemen zu machen.

Seetzen und Hamse müssen sich ein Kamel teilen -
aber es wird noch verrückter.

#1204 – 16.04.1810
Es war am 16. April, als wir Bet él Fa- kih verlielsen, um nach Sebid zu reilen, das eine Nachtreife davon entfernt ift. Schech Hanfe und ich ritten e i n Kameel, weil kein zweytes zu erhal- ten war; man hätte zu dem Ende eine Art von Bet- geftell queer über dem Kameel befeftigt, worauf wir neben einander falsen. Der Eigentümer begleitete uns bis aufserhalb der Stadt, empfahl uns dann ei- nen Menfchen zur Begleitung und kehrte in die Stadt zurück.

"Ohnezweifel ift Euch der Weg nach Sebid gut bekannt?”

fragten wir unfern Begleiter."

"Nein, ,bey Gott! lagte er, ich habe diefen Weg nie ge- „macht und bin bier gauz unbekannt."

Wir riefen Ichnell den Eigentümer des Kameels zurück, und warfen ihm feine Unbedachtfamkeit vor, uns einen Führer gegeben zu haben, der den Weg nicht wille.

"O! lagte er, leyd nur ganz unbelorgt! das ift gar ,nicht nöthig; das Kameel kennt den Weg, und wird Euch schon richtig nach Sebid führen."

Er hatte wahr gesagt; wir ließen das ernfte Thier ge- hen, ivie es wollte, und bey Tagesanbruch fahen wir uns glücklich vor dem Thore von Sebid.

Szanna

مكة المكرمة

#1207 – 02.06.1810
Ankunft Szanna
Die Gartenftadt Roda oder Ráuda heifst auf Nie- buhrs Karte fälschlich Rödda; Rödda ift die Stadt
an der Gränze der Provinz Jâfeá, Niebuhr's Karte ift ein Meilterftück, welches für einen Reilenden ungemein nützlich ift, und diefem verdienftvollen
Gelehrten die grölste Ehre macht. Es ift mir faft un• begreiflich, wie es einem einzigen Manne in fo kur- zer Zeit möglich war, eine lo brauchbare Arbeit zu
liefern, und faft mufs ich vermuthen, dals ihn das Glück in fo fern lehr dabey begünftigte, als es ihm den bolländilchen Renegaten zuführte, welcher bey einer gewillermalsen willenlchaftlichen Bildung c h durch feine vieljäbrigen Wanderungen die genauelte Localkenntnils verfchafft batte.

Seetzen macht eine unerwartete Entdeckung...

#1216 – 17.11.1810
Mocha
Von Jerim ritten wir nach Doffàr oder Dsoffär, den Ruinen des alten Sitzes des baujaritifchen Regenten. Berge, von jener schwarzen poröfen Wacke, und nahe vor Doffàr beträchtliche Mallen von Ichwarzen Pechtein darinn. Zu meiner großsen Freude hatte ich hier und in dem nahen Dorfe Mankát das Glück, etliche hamjäritifche Innichriften zu entdecken, velche ich mit dielem Paquet dem Hrn. Agenten von Hammer für die Fundgruben ülerfende. Sie lind vielleicht die erften Innichriften diefer Art, welche von einem Europäer copirt wurden.

Seetzen will über Aden nach Mocha, von einer Hafenstadt in die andere - auf dem Landweg natürlich, wo es mehr zu sehen gibt:

#1217 – 06.07.1810
Am 6. Jul. letzten wir unfere Reile nach Aden weiter fort. Wir palfirten den anfehnlichen Sumára, welcher aus Jaspis, Porphyr, Wacke und Pechftein beltebt. Wir blieben in Mechader, und erreichten ma folgenden Tage Ibb oder Äbb, ein artiges Städt- chen auf einem Berge mit den lieblichften und frucht-barften Feldern umgeben. Zwilchen Ibb und Taäs Kamen wir über einen beträchtlichen Berg, el Tá- Ker, wo wir in einen ungeheuern Schwarm von Heufchrecken geriethen, von welchen wir nicht nur den ganzen Tag, fondern auch des folgenden Tages etliche Stunden lang umgeben waren. Alle Schwvär- me von dielem Infecte, die ich an andern Orten ge- fehen hatte, Waren Kleinigkeiten dagegen, und lelbft Schech Hamle, welcher aus einem Lande der Heuschrecken war, hatte nie einen folchen Zug gesehen.

Hodade

Bet

Sanaa

Ibb

Aden

Mocha

"Es war am 13. August, als wir unsere Reise in Mocha beendigten."

Mocha

المخا

So wie Szannà ohne Zweifel die schönfte Land- ftadt in ganz Arabien ilt, fo dürfte dort Mochà die Ichönite Seeltadt seyn. Die nahe Gegend umber ift wegen ihrer Dattel- und Dômpalmen ein Paradies im Vergleich mit der Gede, die um Dschidda herricht, und Mocha' hat auch befere Häufer, als Dschidda. Zwar kenne ich Maskat und andere Häfen des füd- lichen Arabiens noch nicht; ich zweifle aber, dals he lich mit den genannten beyden mellen können. Mochà ift unter allen Städten, die ich in Arabien fah, am meifen befeltiget, und aus dem Grunde fiel Gei auch den Wuhabiften nicht in die Hinde.

Die Hitze war bey unferer Ankunft noch fehr grofe, und man war den ganzen Tag in heftiger Transpi- ration; der häufig berabtröpfelnde Schweile hinder-te mich oft am Schreiben.
Seit der letzten Hälfte , des Septembers aber herricht hier eine fehr angeneh- me Witterung, die noch ein paar Monate anhält. Täglich weht der lüdweftliche Monton oder Mául- fm, welcher ungemein erfrifchend ift.

Am 17.11.1810 schreibt Seetzen den letzten Brief, der in Europa ankommt. Er ist voller Pläne:

#1224 – 1810
Die mir vorgenommene Route ift folgende: Zuerft reife ich zum andernmal nach Szannà, um dort noch etliche wichtige Manu- Icripte für die orientalifche Sammlung zu kauten. Von dort hofte ich auch das berühmte Mareb in Dschof und den alten Damm zu befachen, von wo ich alsdann nach Hadramût übergehen werde. Von dort reife ich nach einem Hafen der nächten Küßen, berühre etliche öftlichere Häfen, ziehe, wn möglich Nachrichten über die Sprache der Beduinen von Mahra ein, lande in Szür oder Kalbàt, um das Innere von Omàn kennen zu lernen, und kehre alsdann von Mas- kat zu Schifte bieber zurück.

Seetzen ist jetzt schon seit 8 Jahren unterwegs.Und er klingt, als würde die eigentliche Reise noch vor ihm liegen:

Bleibe ich leben und gefund, lo werde ich bald nach beendigter Reife ni Arabien dem Ziele meiner langen Reife in Afrika mit der grölsten Er- wartung entgegen eilen, wobey mir hoffentlich die Maske des Islams eben fo nützliche Diente leilten wird, als liemir bisher in Arabien leiftete.

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Mein erster Tagebucheintrag

23.09.1803
Man gab nun zu verstehen, dass dieses Kloster ausser dem Gebiete jener beiden Paschas liege, und keinen Oberherrn anerkenne, als seine geistlichen Obern in Jerusalem und Kahira, und dass mithin jene beiden Pässe hier von wenigem Werth für mich seyen. Indessen man wolle die Sache in Ueberle- gung nehmen. Man liess hierauf Schech Sibben kommen, um sich bey ihm nach uns zu erkundigen, und sein Zeugniss fiel so vorteilhaft aus, dass sogleich das grosse Tau herniederge- lassen wurde, um mich nebst meinem Bedienten und kleinem Gepäck hinaufzuwinden. In dem Strick war unten ein gro- sses Auge befindlich, worin man sich setzt, während dem man sich mit den Händen an jenem festhält; zwey Leute drehen oben eine Erdwinde, und so steigt man langsam und ziemlich bequem in die Höhe.

Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht bequeme Zimmer in der Abteilung des Klosters, welche für Fremde bestimmt ist, nebst einem Mönch zu meiner Bedienung an. Aufmerk- samkeit rühmen, welche sie mir während der ganzen Reise erzeigten.

23.09.1803
Das Erste, was ich heute vornam, war, Jacobsen aufzusuchen, falls er noch hier seyn sollte. Ausser etlichen kleinen lagen hier noch 12 grosse Schiffe, alle unter kaiserlicher Flagge und für Triest bestimmt. Sie waren schon grösstentheils beladen. Sieben kaiserliche waren bereits nach Triest abgesegelt. Ale diese Schiffe wurden hier mit Rosinen und grossen Korinthen beladen. Manche von ihnen hatten auch in Smira Feigen etc. eingenommen. 
Es war ein glücklicher Umstand für mich, dass Jacobsen hier war. Da Jacobsen Scio noch nicht besuchet hatte, obgleich er eine Zeitlang mit seinem Schiffe nahe an der Küste derselben gelegen hatte; da überdem ich auf Scio astronomische Beobachtungen machen wollte, und Rubin ein schlechter Gehülfe war: so nam ich ihn mit nach Chió zurück.

Whatever

Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht bequeme Zimmer in der Abteilung des Klosters, welche für Fremde bestimmt ist, nebst einem Mönch zu meiner Bedienung an. Aufmerk- samkeit rühmen, welche sie mir während der ganzen Reise erzeigten.

Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht bequeme Zimmer in der Abteilung des Klosters, welche für Fremde bestimmt ist, nebst einem Mönch zu meiner Bedienung an. Aufmerk- samkeit rühmen, welche sie mir während der ganzen Reise erzeigten.

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Mein zweiter Eintrag

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The standard chunk of Lorem Ipsum used since the 1500s is reproduced below for those interested. Sections 1.10.32 and 1.10.33 from "de Finibus Bonorum et Malorum" by Cicero are also reproduced in their exact original form, accompanied by English versions from the 1914 translation by H. Rackham.

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