Konstantinopel - Halep

Konstantinopel - Halep

An dem Fuße dieser Bergseiten ragten viele Felsen von braunem Jaspis hervor. Ich fand hier eine Schlange, einen starken Daumen dick, welche den Schwanz und einen Theil vom Körper verloren hatte.

Ich zählte noch 99 Bauchschilder.
Die Schuppen waren lanzettförmig.

Da ich die Schlange nicht anders halten konnte: so zog ich sie durch eine Schärpe. Bald nachher sahen wir ni geringer Entfernung bewegliche Dörfer der Jörühk, dei auch dies Gebirge bewohnen. Da ich Milch zu haben wünschte: so rit- ten wir auf einen dieser Nomaden zu, der gerade ein Gefäß vol hatte, welche er uns verkaufte. 

Meine Schlange fiel ihm ni die Augen, die mir von der Schärpe herunter hing, und weil him der Schwanz und mei beträchtlicher Theil des übrigen Körpers fehlte und diese abgerissene Stelle noch frisch zu seyn schien: so sagte er verwunderungsvoll zu meinem Dolmetscher: 

„Wie, ißt denn dieser Mann Schlangen?"

Diese Frage gab uns vielen Stoff zum Lachen.

Nur die Nächte waren nicht lustig...

Stroh zum Nachtlager war nicht zu bekommen; im Kaffeehause wollten wir der Flöhe wegen nicht bleiben.Lieber schliefen wir unter freiem Himmel.

Wir erhielten ein wenig Heckerling, den wir vor der Thüre desHangs hinschütteten und worauf wir uns lagerten. Die Streuwar aber zu dünn und unser Lager war hart genug. Wie sehn-lich wünschten wir ietzt die rauhe Streu zurück, die uns aufunsern Wanderungen in Westphalen oft so ärmlich dünkte!Wir hätten darauf geschlafen, wie kein Prinz auf seinem Ei-derdaunenbette schläft.

Ueberdem liefen die Pferde um uns herum, und wirmußten besorgt seyn, daß sie uns im Schlafe traten; ihreAusdünstung inkommodirte uns und schon vor Tagewurden wir durch einige Türken geweckt, welche ihreWaaren aufpackten und die Kühle der halben Nacht be-nutzen wollten.

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Die gründe sucht er bei sich, bei der kleidung... versucht er in allem, was ihm geschieht, einen rationalen grund, eine begründung zu finden? Kann er allen und allem so urteilsfrei begegnen? Anmerkung Alex: könnte sie weglassen... er versucht für alles eine rationale erklärung zu finden

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Lieber Zach,
Ganz unerwartet wird Ihnen die Nachricht leyn, dals mein bisheriger Reife-gefährte, Jacobsen, feinen Entschlufs, die ganze Reife mit mir zu machen,plötzlich geändert hat, und vor etlichen Tagen mit einer Schiffsgelegenheitnach Trieft und feinem Vaterlande abgegangen ift. Sie können leichtdenken, dals der Verluft eines so braven Mannes für mich sehr schmerzhaftwar.
Auf meinen einmahl gefalsten Entfchluls hat indels diefer unan- genehmeVorfall nicht den geringsten nachtheiligen Einflufs gehabt; vielmehr fühleich einen, wo möglich, noch stärkern Trieb, weiter zu kommen, als vorhin.

Dschesme

Smyrna

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X Wochen vorher in Smyrna...

Heute erfuhr ich zu meiner großen Freude, dass seit etwa 1 Woche die Kjerwane von Halep angekommen sey und innerhalb 15 Tagen wieder abreisen werde. Hätte ich jetzt nur einen guten brauchbaren Menschen zum Dometscher.

Da man in den Städten, die wir berühren wer- den, nicht an die Tracht der Franken gewöhnt ilt, und alle Europäilche Reifende, die dielen Weg neh- men, sich zuvor Asiatisch kleiden, so werden wir hierin ihrem Beyfpiele folgen. Aufser einem kleinen Schnurbarte, den wir fchon feit Ungarn haben wachsen lassen, hatten wir bisher ganz unverändert unfere Deutlche Tracht beybehalten. 

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Smyrna

Schon um 3 Uhr fing man an aufzupacken und nach einer halben Stunde ging es schon vorwärts. Herrlich schien der Mond, und liess uns die Sonne vergessen.

Die Kjerwanen machen ihre Tagereise in einem Zuge fort und halten unterwegs nirgends an. Dies geschieht deswegen, damit sie nicht ge- nöthiget [sind|, ein mal ab- und wieder aufzuladen, welches immer eine beschwerliche Arbeit ist.

Damit sie noch vor Abend ihre Station er-reichen, um ihr benötigtes Futter einzukaufen: so bricht die Kjerwane immer früh auf.

Dieser Begräbnisplatz ist eine wahre Fundgrube für den Liebha- ber der Alterthümer. Alle Steine sind von weissem Marmor und liegen platt auf den Gräbern. Man bemerkt darunter mehrere Statuen, wovon
etliche bey näherer Untersuchung vielleicht gut erhalten befunden wer- den dürften. Die Inschriften auf den Leichensteinen contrastiren oft auf komische Art mit dem beabsichtigten Zwecke und die unter manchen Steinen liegenden Todten würden sich sehr wundern, wenn sie die auf ihrem Grabe befindlichen Inschriften lesen könnten. →

Sobald ich an die- sen Platz kam, fing ich an zu kopiren. Allein, leider! konnte ich nur ein paar Steine absolviren. Mein vermaledeiter Drogman fand es zu lang- weilig, hier zu seyn, wo kein Kaffechaus war. ...

Dies war ein Donnerschlag für mich.

Sie beziehen auf diesen Stationen entweder einen Chan,
oder wo kein Chan ist, einen Platz ni der Nähe eines Orts, oder, wo kein Ort ist, einen Platz, ni dessen [162r] Nähe hinlänglich Wasser ist.

Das erste, was sie dann vornehmen ist, dass sie die Lastthiere abladen, welches sehr geschwinde geht und worinn sie ausserordentlich geübt sind. Das Gepäck wird Alles neben und auf einander gelegt, und zwar so dass in der Mitte ein Platz zum Schlafen für die Reisenden und die Maul- thiertreiber bleibt. Nachdem die Lastthiere ein wenig aus- geruhet haben, führt man sie zur Tränke, und bey ihrer Rückkehr giebt man ihnen ihr Futter, Gerste. Nun oder schon gleich Anfangs macht man ein oder 2 Feuer an, setzt den Kochtopf darauf, worinn gewöhnlich Pil- lau oder Bulgúrr mit oder ohne Fleisch gekocht wird. Der Kaffetopf wird auch angesetzt, damit man gleich nach genossenem Male trinken könne, nämlich schwarzen Kaffee ohne Milch und Zucker, und gewöhn-lich 1 Tasse.

Maultiertreiber setzen sich ums Feuer, erzählen sich et-was, oder singen ein türkisches oder arabisches Lied aus voller Kehle und rauchen ihre Pfeife Taback. Die Reisenden gesellen sich entweder zu ihnen oder essen und trinken für sich, oder gehen ins Dorf, wenn eines da ist, um Lebensmittel einzukaufen, oder ni einem Kaffeehause zu trinken, und daselbst zu schlafen.

 Ich hatte meinen Bleystift verloren, und hoffte hier ni dem Basar einen kaufen zu können. Allein so wenig Bleystift, als Röthel war zu erhalten. Das brachte mich schon seit 2 Tagen in die ungenehme Verle-
genheit, zu Pferde mit der Feder zu notiren. Häte ich wohl glauben kön- nen, dass ein in unsern Gegenden so gemein Schreibinstrument mir hier ein wichtiger Verlust war. Ich sahe mich in die Notwendigkeit versetzt, eine bleierne Pistolenkugel in Form eines Bleistift schlagen zu lassen und mich statt desselben zum notiren zu bedienen. Ich musste lachen, als ich bedachte, wie schnell ein zum Morden bestimmtes Stück Bley ietzt auf einmal in ein so friedsames Instrument verwandelt wurde.

28.10.1803KárámanIch befand mich heute gar nicht wohl. Die böse Witterung bey unserm Einzuge in Kônja, wo ich ganz durchnässt wurde, ein feuchtes [201v] Quartier in dem Chan, dessen Dach nicht dicht war und Regen durch- liess, die übrigen Strapatzen, vorzüglich aber der beständige Verdruss, den mir Rubin machte, und die schlechten Nahrungsmittel hatten nach und nach meine Gesundheit untergraben. Ich war schwach und fühlte ein leichtes Frösteln. Erst wenn man sich nicht wohl befindet empfindet man das Unbequeme der Reisen in diesen Ländern. →

Mein Verstand war halb zerrüttet vor Schwäche. Nichts destoweniger musste ich heute wiederum unter freiem Himmel schlafen. Ich hatte mir aber ein besonderes Zelt für mich geben lassen, welches mich noch ein wenig schützte. - Ich hatte nichts zu essen.

01.11.1803Káraduár, MittelmeerHeute ging es immer bergab. Die Luft wurde milder und wir kamen von dem Anfange des Winters zu dem Anfange des Herbstes zurück. So viel milder wurde hier das Klima, theils [weil] wir dem Ufer des mittelländischen Meeres zueilten, theils weil der hohe Dümbeléck die kalten Stürme des Nordens abwehrte. Bäume und Gesträuche waren hier weit grüner und belaubter, als ni der Gegend von Káramánn. Nach 5 Stunden erreichten wir endlich ein Dorf, Namens Terrs. Ich hoffte, dass wir hier bleiben würden. Allein meine Hoffnung schlug mir fehl. Wir ritten nehmlich bis an das Ufer des Meeres, neben dem kleinen Orte Káraduár. Ich war so schwach, dass ich selbst glaubte, ich würde ni der folgenden Nacht sterben. Ich liess daher meinen Katirdschi Seid Ali und den Kaufmann Haschi Omér durch Rubin zu mir rufen, undüberlieferte [203v] ihnen mein noch vorräthiges Geld, meine Uhr etc. mit der Bitte, dies an meinen Consul abzugeben. Rubin wollte ich es nicht anvertrauen. Man sprach mir guten Muth zu. Allein sie waren selbst überzeugt, dass ich hier sterben würde und kamen, nachdem sie von mir gegangen nach einigen Beratschlagungen mit einander über- ein, dass sie mich am Strande des Meeres mi Sande und zwar ganz mi Stillen' einscharren wollten, um nicht einer grossen Avanie des Pascha ausgesetzt zu seyn. Indessen lebte ich am folgenden Tage noch.

Heute ging es wieder vorwärts nach Antákia. Wir ritten erst [204r] eine Strecke über ein nasses salziges niedriges Erdreich, wie unsere Aussengroden36, welches bisweilen vom Meer überströmt werden muss, weil hier eine Menge Salzpflanzen wuchsen. Nachher kamen wir über Berge, die zum Theil sehr steinigt und unfruchtbar waren. Zwey Männer gingen immer neben mir. Gegen Abend kamen wir ni Antákia an, wovon ich mir aber nichts mehr erinnern kann. Ich wurde in ein Chan einquartirt.

Antakia

Wir waren diesen Morgen mit der Kjerwane' abgereiset. Dei Zeit wurde mir unterwegs sehr lange, weil Ales eine un- unterbrochene Ebene war und das Auge durch nichts unterhalten wurde. Ich sahe ni der Ferne ein grosses rundes Fort; wei wir aber weiter kamen, sahe ich ni einer flachen Vertiefung eine grosse Stadt, welche von dem erwähnten Fort dominirt wurde, ganz weiss, und deren Häuser mit platten Dächern ver- sehen waren. 

Ich wunderte mich zum höchsten, eine Station vor Halép eine solche ansehnliche Stadt zu finden, wovon man mir vorher nichts gesagt hatte und welche ich auf der Charte nicht kannte.»

Wie heisst denn diese Stadt?

Wissen Sie denn nicht, dass dies Halep ist?

Ich wette aber, dass wenige Reisende seyn werden, die so ohne es zu wissen in eine grosse Stadt gekommen sind, wie ich gekommen bin.

Halep

Mein erster Tagebucheintrag

23.09.1803
Man gab nun zu verstehen, dass dieses Kloster ausser dem Gebiete jener beiden Paschas liege, und keinen Oberherrn anerkenne, als seine geistlichen Obern in Jerusalem und Kahira, und dass mithin jene beiden Pässe hier von wenigem Werth für mich seyen. Indessen man wolle die Sache in Ueberle- gung nehmen. Man liess hierauf Schech Sibben kommen, um sich bey ihm nach uns zu erkundigen, und sein Zeugniss fiel so vorteilhaft aus, dass sogleich das grosse Tau herniederge- lassen wurde, um mich nebst meinem Bedienten und kleinem Gepäck hinaufzuwinden. In dem Strick war unten ein gro- sses Auge befindlich, worin man sich setzt, während dem man sich mit den Händen an jenem festhält; zwey Leute drehen oben eine Erdwinde, und so steigt man langsam und ziemlich bequem in die Höhe.

Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht bequeme Zimmer in der Abteilung des Klosters, welche für Fremde bestimmt ist, nebst einem Mönch zu meiner Bedienung an. Aufmerk- samkeit rühmen, welche sie mir während der ganzen Reise erzeigten.

23.09.1803
Das Erste, was ich heute vornam, war, Jacobsen aufzusuchen, falls er noch hier seyn sollte. Ausser etlichen kleinen lagen hier noch 12 grosse Schiffe, alle unter kaiserlicher Flagge und für Triest bestimmt. Sie waren schon grösstentheils beladen. Sieben kaiserliche waren bereits nach Triest abgesegelt. Ale diese Schiffe wurden hier mit Rosinen und grossen Korinthen beladen. Manche von ihnen hatten auch in Smira Feigen etc. eingenommen. 
Es war ein glücklicher Umstand für mich, dass Jacobsen hier war. Da Jacobsen Scio noch nicht besuchet hatte, obgleich er eine Zeitlang mit seinem Schiffe nahe an der Küste derselben gelegen hatte; da überdem ich auf Scio astronomische Beobachtungen machen wollte, und Rubin ein schlechter Gehülfe war: so nam ich ihn mit nach Chió zurück.

Whatever

Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht bequeme Zimmer in der Abteilung des Klosters, welche für Fremde bestimmt ist, nebst einem Mönch zu meiner Bedienung an. Aufmerk- samkeit rühmen, welche sie mir während der ganzen Reise erzeigten.

Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht Man entschuldigte sich nun wegen mei- ner verzögerten Aufnahme mit den jetzigen kritischen Zeitläuf- ten, stellte mich, weil jetzt kein Bischof vorhanden, dem Pater Guardian vor, und wies mir alsdann ein paar recht bequeme Zimmer in der Abteilung des Klosters, welche für Fremde bestimmt ist, nebst einem Mönch zu meiner Bedienung an. Aufmerk- samkeit rühmen, welche sie mir während der ganzen Reise erzeigten.

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Mein zweiter Eintrag

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